Warum es mir wichtig ist, nachhaltigen Schmuck zu kreieren

Andrea Stork Nachhaltigkeit

Wir alle sind Teil des Ganzen

Als Goldschmiedin weiß ich, dass die Gewinnung von Edelmetallen in vielen Fällen einen groben Raubbau an Mensch und Natur bedeutet. Mit Beginn meiner Selbständigkeit stand für mich fest: Daran möchte ich etwas ändern – mein Schmuck soll nachhaltiger werden. In meinem kleinen Handwerksbetrieb ist es mir wichtig, meine Arbeit mit Herz und Integrität zu verrichten.

Hinter dem allgegenwärtigen Begriff Nachhaltigkeit steckt für mich das Bemühen, bewusster mit unseren Ressourcen umzugehen. In meinem Fall bedeutet das, dass ich für meinen Schmuck recyceltes Gold und Silber verwende. Dass ich meine Edelmetalle von einer deutschen Scheideanstalt beziehe und mich bemühe, möglichst nachhaltig zu handeln. Dies bedeutet für mich einen größeren Arbeitsaufwand in der Abwicklung, ist aber ein Beitrag, den ich gerne leiste.

Nachhaltiger Schmuck aus Deutschland – warum jeder kleine Beitrag zählt

Da der Abbau von Edelmetall oft schlimme Folgen für Mensch und Natur hat, (mehr Informationen finden Sie unter meinem Blogbeitrag) habe ich mich entschieden, nachhaltigeren Schmuck zu schmieden. Das ist zwar mehr Aufwand, aber den betreibe ich gerne. Um nachhaltiger zu handeln, reichen oft schon kleine Veränderungen – dann können wir gemeinsam viel bewirken. 

Nachhaltig zu handeln ist eine tägliche Herausforderung

Dass sich nachhaltiges Handeln nicht rein auf Naturschutz beziehen darf ist sicher jedem von uns klar. Wenn wir in einem Bereich rücksichtsvoll agieren hat das automatisch auch Auswirkungen auf andere Bereiche. Oft spricht man in diesem Zusammenhang von den drei Säulen der Nachhaltigkeit. Ich finde dieses Modell hilfreich, um zu verstehen, wie vielschichtig das Thema ist.

⦁        Ökologische Nachhaltigkeit

Gemeint ist der Schutz der Umwelt, der Ressourcen und des natürlichen Gleichgewichts. Ein Beispiel wäre, den CO2-Ausstoß oder den Energieverbrauch zu reduzieren – oder nachhaltigen Schmuck zu kaufen.

⦁        Ökonomische Nachhaltigkeit

Hier ist das Ziel, vorausschauend zu handeln und den wirtschaftlichen Erfolg langfristig zu sichern.

⦁        Soziale Nachhaltigkeit

Unternehmen, die auf soziale Nachhaltigkeit achten, zahlen ihren Mitarbeitenden faire Gehälter, sorgen für humane Arbeitszeiten, sichere Arbeitsbedingungen und ermöglichen die persönliche Weiterbildung.

Ideen für nachhaltigeres Handeln im Alltag

Was wir kaufen und konsumieren, wirkt sich direkt auf unsere Umgebung aus. Die Mango, die im Supermarkt liegt, hat viele Flugkilometer hinter sich. Wenn ich Fast Fashion kaufe, weiß ich, dass die Kleidung wahrscheinlich von unterbezahlten Arbeiter*innen unter fragwürdigen Bedingungen genäht wurde. Und Goldschmuck, der nicht nachhaltig produziert wurde, trägt unter anderem dazu bei, dass Menschenrechte verletzt werden und gefährliche Chemikalien im Boden landen.

Ich bin der Meinung, dass es nicht reicht, Politik und Wirtschaft die Verantwortung zuzuschieben. Natürlich kenne ich das Gefühl, dass ich als einzelner Mensch kaum einen Unterschied machen kann. Trotzdem glaube ich, dass es wichtig ist, aktiv etwas beizutragen. Wenn jeder von uns bereit ist, etwas Aufwand zu betreiben, können wir gemeinsam eine Menge erreichen. In vielen Fällen haben wir die Wahl. Wir können zum Beispiel in Qualität investieren und unseren Besitz pflegen. Am nachhaltigsten ist es immer noch, so wenig wie möglich (neu) zu kaufen.

Die drei Säulen der Nachhaltigkeit lassen sich dabei recht gut auf den Alltag übertragen. Strom und Wasser zu sparen und nach Möglichkeit auf Plastik und Chemikalien zu verzichten, fällt unter die ökologische Nachhaltigkeit. Sozial nachhaltiger wäre es, bei einem kleinen lokalen Geschäft zu kaufen statt vom großen Discounter – oder darauf zu achten, wie es um die Lieferketten und Arbeitsbedingungen des Herstellers steht.

Aus ökonomischer Sicht ist es sinnvoll, wenn ich Kleidung, Einrichtungsgegenstände und Schmuck so lange wie möglich nutze. Ökonomische Nachhaltigkeit heißt aber auch, dass das, was wir tun, auf Dauer für uns machbar sein muss – finanziell genauso wie im Hinblick auf den Aufwand, den wir betreiben.

Wie ich Nachhaltigkeit für mich selbst umsetze

Ich möchte mich selbst bestimmt nicht als Nachhaltigkeitsexpertin darstellen. Aber ich bemühe mich, regelmäßig über meinen eigenen Tellerrand zu schauen. Denn unsere Welt ist nicht so groß, wie sie uns manchmal erscheint: Wird der brasilianische Regenwald abgeholzt, wirkt sich das auf das globale Klima aus. Und wenn in Afrika die Pestizide verwendet werden, die die Hersteller bei uns nicht loswerden, holen wir sie uns indirekt zurück ins Land, sobald wir Tropenfrüchte importieren.

Mir selbst geht es nicht um Perfektion, sondern um mehr Bewusstsein. Nicht alles, was ich kaufe, esse oder tue, ist immer nachhaltig. Aber ich versuche, wo es geht die bessere Variante zu finden und ich denke es ist ein guter Ansatz, da anzufangen, wo es uns relativ leichtfällt. Wie heißt es immer: Wir brauchen nicht wenige Menschen, die es perfekt machen, sondern viele, die es unperfekt machen. Manchmal geht es beim nachhaltigen Handeln erst einmal darum, einen Kompromiss zu finden: Zum Beispiel, indem ich über Firmen wie atmosfair den CO2-Ausstoß kompensiere, den mein Flug nach Spanien verursacht.

Nachhaltiger Schmuck aus Ihrer Goldschmiede im Großraum München

Schmuck ist etwas sehr Kostbares – sowohl im Hinblick auf den monetären als auch den ideellen Wert. Wir verbinden Schmuckstücke mit besonderen Momenten und wichtigen Menschen. Die Vorstellung, dass für meinen Ehering Menschen verletzt wurden, passt für mich einfach nicht ins Bild. Recyceltes Gold und Silber ist zum jetzigen Zeitpunkt für mich die beste Alternative.

Ich möchte aber nicht den Eindruck erzeugen, dass ich selbst Greenwashing betreibe: Deshalb stehe ich ehrlich zu den Dingen, die bei mir (noch) nicht optimal sind. Um meinen eigenen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern, arbeite ich ausschließlich mit recycelten Edelmetallen aus einer deutschen Scheideanstalt. Ausnahme dabei sind bestimmte Industriewaren wie Ketten, Verschlüsse und Ohrringteile. Edelsteine können nicht immer auf ihre Herkunft überprüft werden. Vergoldungen führe ich in meinem Atelier nicht durch: In meinen Augen ist es widersinnig, giftige Chemikalien für Produkte mit einer so kurzen Lebensdauer einzusetzen. Außerdem führen Methoden wie das Rhodinieren und galvanische Bäder häufig dazu, dass der Schmuck später Allergien und Entzündungen auslöst.

Die Geschenkverpackungen für meinen Schmuck habe ich bewusst so einfach wie möglich gewählt. Eine zu 100 Prozent nachhaltige Schmuckverpackung, die zu meinen Produkten passt, habe ich noch nicht gefunden – aber ich verzichte auf unnötige Schleifchen und Extras, damit sich der Müll in Grenzen hält.

Darum ist mein Schmuck nachhaltiger als konventionelle Produkte:

  • Ich wirtschafte mit Ressourcen, die bereits im Umlauf sind
  • Ich unterstütze lokale Unternehmen, die nach deutschen Standards arbeiten
  • Ich trage nicht zu den Problemen des Gold- und Silberhandels bei
  • Ich sorge für kurze Transportwege und geringere CO2-Emissionen
  • Ich reduziere den Verpackungsmüll
  • Ich verzichte auf Prozeduren, die unnötige Chemikalien erfordern

Bei mir erhalten Sie einzigartige Produkte, die ich in liebevoller Handarbeit nach meinen Werten fertige. Mein Schmuck ist für die Ewigkeit gemacht – oder zumindest für das, was Ewigkeit für Sie bedeutet. Echter Schmuck ist wertbeständig und überdauert alle schnelllebigen Trends.

Für jedes Paar nachhaltiger Eheringe, das ich gestalte, pflanze ich außerdem einen Baum. So leisten wir gemeinsam einen kleinen Beitrag zu einer gesünderen Welt.

Wir alle sind Teil des Ganzen und können nur dann zufrieden sein, wenn wir uns damit verbinden.